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Mehrarbeit von Lehrkräften ist keine Lösung

Seit geraumer Zeit verdichten sich die Arbeitsaufgaben und -abläufe der Lehrkräfte in unverantwortlicher Weise, der massiv angestiegene Anteil Langzeiterkrankter ist hierfür ein deutlicher Indikator. Die jetzt vom Finanzminister wieder ins Spiel gebrachte Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung wird das Problem der katastrophalen Versorgung nicht lösen, wirkt kontraproduktiv und zeugt vom mangelnden Respekt gegenüber der engagierten täglichen Arbeit an den Schulen.

Jedes Bundesland organisiert Schule auf eigene Weise; Vergleiche zwischen den Ländern anhand einzelner Indikatoren sind daher nur bedingt tauglich, um die Effizienz und die vermeintlichen Reserven im Bildungssystem zu messen. Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, sagt in diesem Zusammenhang heute: „Hier vergleicht man oft Äpfel mit Birnen. Die Situation an den Schulen und die zahlreichen Unmutsbekundungen der Kolleginnen und Kollegen sind deutliche Belege, dass Schule bereits jetzt nur noch auf Verschleiß gefahren wird.“ Dies bestätigten auch Arbeitszeitstudien für Lehrkräfte immer wieder. Der Finanzminister argumentiere mit ausgesuchten und teils veralteten Zahlen. Insgesamt zeige er sich mit seinen Äußerungen ziemlich ideen- und einfallslos.

„Eine funktionierende Schule erfordert mehr als bloßen Unterricht. Schulleitungen brauchen Zeit für die Organisation. Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort sind mit all dem mehr als ausgelastet, Mehrbelastungen werden auf entschiedenen Widerstand stoßen“, erklärte Gerth weiter. Wenn Mehrarbeit und übergroße Klassen nicht mehr nur Notfälle abdecken, sondern zur Regel erklärt werden, sei mit noch mehr Langzeiterkrankungen, noch mehr Kündigungen und im Endeffekt noch mehr Ausfall zu rechnen. „Angesichts immer neuer Aufgaben und einer heterogener werdenden Schülerschaft wäre es an der Zeit, über Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zu reden. Hier muss man dem Bildungsminister Untätigkeit und dem Finanzminister nach seinen gestrigen Äußerungen Unkenntnis vorwerfen.“

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