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Massiver Ausbau der Lehrerausbildung Mammutaufgabe

Die Anzahl der Lehrkräfte, die aus dem aktiven Schuldienst ausscheiden, steigt und wird sich in den nächsten Jahren auf einem hohen Niveau stabilisieren. Parallel steigen auch die Schülerzahlen sowie die Aufgabenbereiche der Lehrkräfte. Die Auswirkungen auf die Schulen sind bereits heute aller Orten spürbar. Um in Zukunft den Unterricht absichern zu können, muss Sachsen-Anhalt dringend und spürbar die Ausbildung junger Lehrkräfte an beiden Universitäten ausweiten.

Vor 14 Tagen musste an einer Grundschule in Wernigerode der Unterricht fast eine ganze Woche lang komplett ausfallen, das Land hatte keinerlei Reserve, um darauf adäquat zu reagieren.

„Dieser Fall zeigt eindringlich, dass viele Lehrkräfte und sämtliche Kapazitäten des Landes erschöpft sind. Das gesamte System Schule wird auf Verschleiß gefahren, wir brauchen hier dringend ein Umdenken“, sagte dazu heute Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt. In den nächsten 15 Jahren werden allein aus Altersgründen über 10.000 Lehrkräfte die Schulen verlassen. Mit den bisherigen Ausbildungszahlen ließen sich diese Abgänge nicht annähernd kompensieren. „Nach unseren Berechnungen kann in Zukunft höchsten noch jede zweite ausgeschriebene Stelle mit einer vollständig ausgebildeten Lehrkraft besetzt werden. Ein Bekenntnis zu guter und umfassender Bildung sollte dann keinem politisch Verantwortlichen mehr über die Lippen kommen.“ 

Jetzt sei es an der Zeit, beiden Universitäten verlässliche Zielzahlen für die Ausbildung neuer Lehrkräfte mit dem Blick auf die nächsten 15 bis 20 Jahre vorzulegen. Das Hoffen auf sinkende Schülerzahlen infolge einer erneuten demografischen Delle tauge nicht als Argument für die gegenwärtige Untätigkeit. „Die Ministerien für Bildung und für Wissenschaft müssen endlich aus der Deckung kommen und aufhören, sich gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben. Eltern, Ausbildungseinrichtungen und auch die Lehrkräfte benötigen dringend ein klares Signal, wie die Mammutaufgabe in der Lehrkräfteausbildung gelöst werden soll“, sagte Gerth weiter. Die bestehenden Zielvereinbarungen mit den Universitäten müssten umgehend angepasst werden. Die GEW Sachsen-Anhalt hat dazu bereits vor einem knappen Jahr einen umfassenden Vorschlag unterbreitet, der eine glatte Verdopplung der bestehenden Kapazitäten auf jährlich 1.400 Studienplätze vorsieht. Er kann unter www.gew-sachsenanhalt.net/mehr-lehrer-ausbilden abgerufen werden.

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