Bildungsgewerkschaft fordert Absage fragwürdiger Lehrerfortbildung
Bildungsgewerkschaft fordert Absage fragwürdiger Lehrerfortbildung
Keine Methoden des „ideologischen kalten Krieges“ zulassen
„Wer so mit der Geschichte umgeht, darf sich nicht über Defizite über Geschichte bei den Schülerinnen und Schülern beklagen“, sagte der GEW-landesvorsitzende, Thomas Lippmann mit Bezug auf die gestrige Erklärung von Innenstaatssekretär Rüdiger Erben und des VdN-Bda e.V. Sachsen-Anhalt zu einer ausgeschriebenen Lehrerfortbildungsveranstaltung der Gedenkstätte ROTER OCHSE, der Landeszentrale für politische Bildung und der FDP-nahen Friedrich Naumann-Stiftung.
Als besonders bedenklich bezeichnete Lippmann, dass duch die Aufnahme des Begriffes „Hingucken“, der Sinn des sachsen-anahaltischen Bündnisses gegen „Rechts“, dem die GEW angehört, nun gegen „Links“ gewendet werden soll.
Der Versuch, mit solch fragwürdigen Inhalten in Lehrerfortbildungsveranstaltungen zu gehen, ist für die GEW ein Indiz dafür, dass längst überwunden geglaubte Methoden und Theorien des „ideologischen kalten Krieges“ in einigen politischen Kreisen immer noch nicht überwunden sind.
Als Interessenvertretung der Lehrerinnen und Lehrer, aber auch in Verantwortung für die demokratische Bildung an den Schulen Sachsen-Anhalts, fordert die GEW die Absage dieser Veranstaltung.
Sie geht außerdem davon aus, dass die Lehrerinnen und Lehrer solche Veranstaltungen der ideologischen Beeinflussung ablehnen und sich für sinnvolle und seriöse Fortbildungen entscheiden.
Von der Landeszentrale für poltische Bildung und der Stiftung Gedenkstätten erwartet sie eine selbstkritische Stellungnahme. Sie bietet darüber hinaus den Dialog über sinnvolle Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer an.
Hintergrund:
Für den 19./20. März wurde unter dem Thema „Diktaturvergleich als Methode der Extremismusforschung: Hingucken: Sowohl nach rechts als auch nach links!“ eingeladen. In einem Punkt wurde die VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) als „trojanisches Pferd für das Engagement gegen Rechtsextremisten“ bezeichnet.
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