Aufruf zur Kundgebung am 18. März vor dem Landtag: „In diesen sauren Apfel wollen wir nicht mehr beißen!“
Schon seit Jahrzehnten wird die Eingruppierung der angestellten Lehrkräfte in Deutschland nur nach beamtenrechtlichen Vorschriften geregelt. Anders als bei den meisten Beschäftigtengruppen in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst gibt es trotz massiver Forderungen der GEW für die Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen bis heute keinen eigenständigen Eingruppierungstarifvertrag. Daraus resultieren viele Ungerechtigkeiten für die angestellten Lehrkräfte: eine um bis zu drei Entgeltgruppen schlechtere Bezahlung für die so genannten „Nichterfüller“, eine niedrigere Eingruppierung der Sekundarschullehrkräfte neuen Rechts gegenüber den Lehrkräften mit DDR-Ausbildung, jahrelange Warteschleifen für Höhergruppierungen, die aufgrund höherwertiger Tätigkeiten zu zahlen wären bzw. gar keine entsprechende Bezahlung bei nur vertretungsweiser Übernahme von Funktionen, und überhaupt eine unterschiedliche Bezahlung nach Schulformen trotz gleichwertiger Ausbildung und Tätigkeit als Lehrkräfte.
Die Verhandlungen für eine gerechte tarifliche Eingruppierung haben inzwischen zwar begonnen, sie wurden von den Arbeitgebern aber in den drei Verhandlungsterminen, die seit dem November des letzten Jahres stattgefunden haben, bisher nur sehr zögerlich geführt.
Auch das Land Sachsen-Anhalt hat sich noch nicht zu ernsthaften Verhandlungen bekannt. Das wollen wir ändern! Die Verhandlungen müssen deutlich an Fahrt gewinnen, damit das angestrebte Ziel auch erreicht werden kann. Dafür müssen wir den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.
Wir laden deshalb alle Kolleginnen und Kollegen, die auch nicht mehr in diese sauren Äpfel beißen wollen, ein, gemeinsam mit uns am 18. März, ab 15:00 Uhr bis ca. 16:00 Uhr, vor dem Landtag von Sachsen-Anhalt auf dem Domplatz in Magdeburg unsere Forderungen nach ernsthaften Verhandlungen für eine tarifliche Entgeltordnung für Lehrkräfte gegenüber den Landespolitikern sehr nachdrücklich und deutlich zu vertreten.
Wir fordern:
- eine gerechte Eingruppierung der Lehrkräfte nach Qualifikation und Tätigkeit in die Entgeltgruppe E 14 des TV-L,
- die gleiche Bezahlung und damit gleiche Anerkennung und Wertschätzung der Lehrerarbeit in allen Schulformen,
- eine höhere Eingruppierung aller Sekundarschullehrkräfte neuen Rechts,
- den Aufstieg in die EG 14 auch für sogenannte „Nichterfüller“ und „Seiteneinsteiger“ nach zusätzlicher Qualifikation bzw. Bewährung in der Tätigkeit und damit ein Ende der Diskriminierung dieser Kolleginnen und Kollegen,
- die unmittelbare Höhergruppierung bei Übernahme höherwertiger Tätigkeiten,
- ernsthafte Verhandlungen für eine tarifliche Entgeltordnung für Lehrkräfte.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, zu dieser Aktion vor dem Landtag sind alle eingeladen, die unsere Forderung nch einer gerechten Bezahlung für alle unterstützen.
Bitte wendet euch wegen der Organisation der Fahrt an euren Kreisvorstand der GEW oder nuzt öffentliche Verkehrsmittel oder euer Auto (Fahrgemeinschaften organisieren). Für unsere Mitglieder übernehmen wir die Reisekosten. Die entsprechenden Anträge erhaltet ihr bei der Aktion auf dem Domplatz.
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