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Strukturelle Unterfinanzierung der Hochschulen endlich beenden

Angesichts der neuerlichen Kürzungsdebatten an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg weist die GEW Sachsen-Anhalt wie schon so oft darauf hin, dass ein Großteil der Probleme in der strukturellen Unterfinanzierung der Hochschulen im Land begründet ist. Seit Jahren müssen die Beschäftigten in der Forschung immer stärker Drittmittel einwerben und in der Lehre deutlich mehr Studierende betreuen, als das Land finanziert. Unter diesen Bedingungen leiden Wissenschaft und Studium, deshalb braucht es landes- und bundesweit eine dauerhafte Erhöhung der Grundfinanzierung.

Unabhängig von den konkreten Ursachen des jetzt diskutierten Millionen-Defizits zeigt die gegenwärtige Debatte einmal mehr, wie schwer sich Spitzenforschung und gute Lehrbedingungen unter den gegebenen Voraussetzungen auf Dauer planen lassen. Die Unkalkulierbarkeit der Budgets durch kurzfristige Bundesprogramme, neue Drittmittel-Projekte und zusätzliche Aufgaben erhöht massiv den Verwaltungsaufwand ohne die Qualität nachhaltig zu verbessern. „Taucht dann in dieser Unübersichtlichkeit auf dem Papier oder real ein Fehlbetrag auf, wird sofort der Rotstift gezückt. Dabei haben wir in den letzten Monaten schmerzlich erfahren, wie wichtig eine gute Forschung und eine hochqualifizierte Bildung für die Gesellschaft sind“, sagte Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, dazu heute in Magdeburg. Die unmittelbar Leidtragenden dieser strukturellen Fehlentscheidungen seien die Beschäftigten, deren Arbeitsbedingungen offensichtlich verschlechtert werden sollen, und die Studierenden, die durch solche Pläne massiv verunsichert werden.

Aufgrund des großen Mangels an gut ausgebildetem Personal im Land (Lehrkräfte, Richter*innen, Ärzt*innen) sollten die Bestrebungen eigentlich in die genau andere Richtung gehen. „Wie können wir dauerhaft eine gute und breite Forschung und Lehre an den Hochschulen im Land sicherstellen? Das ist die zentrale Frage, die der neue Landtag und die neue Landesregierung beantworten und sich zur Finanzierung bekennen müssen. Niemand kann und will sich dabei Reform- und Entwicklungsdiskussionen entziehen, sie sollten aber immer vom gesellschaftlichen Bedarf geleitet sein“, fügte Gerth an.

 

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