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Sachsen-Anhalt gehört beim INSM-Bildungsmonitor erneut zu den Schlusslichtern

Stellungnahme der GEW

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat den 18. Bildungsmonitor vorgelegt. Die Studie zeigt deutlich, dass die Corona-Pandemie die Schwachpunkte der Bildungs- und Chancengerechtigkeit verstärkt hat und wo Bundesländer vor besonders großen Aufgaben stehen und welche Länder als Vorbilder vorangehen. Sachsen-Anhalt ist beim Bildungsvergleich der Länder auf Platz 14 gelandet. Neben einer umfangreichen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) enthält der INSM-Bildungsmonitor dieses Jahr auch zwei repräsentative Umfragen unter den vorrangigen Bildungsverantwortlichen: Eltern und Lehrkräften.

In der vom Meinungsforschungsinstituts Civey durchgeführten Umfrage sagen bundesweit 56 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder, dass sie mit den Lernangeboten der Schulen während des vergangenen Schuljahres unzufrieden bzw. sehr unzufrieden waren. 22 Prozent waren zufrieden und lediglich knapp 8 Prozent sehr zufrieden. Die Antworten korrelieren dabei mit der Schulbildung: umso geringer die Schulbildung der Eltern, desto größer deren Unzufriedenheit. Differenziert nach Bundesländern sind Eltern in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Brandenburg besonders unzufrieden. Im Mittelfeld liegen Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Berlin. Deutlich zufriedener als der Durchschnitt waren Eltern in Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bayern und Niedersachsen.

In einer weiteren Befragung wurden die Lehrkräfte um eine Einschätzung des gegenwärtigen Leistungsstands der Schülerinnen und Schüler gebeten. Rund 47 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer sehen bei mehr als der Hälfte oder gar bei fast allen Schülerinnen und Schülern gravierende Lernrückstände durch die besonderen Umstände des letzten Schuljahrs. Etwa 44 Prozent stellen das bei weniger als der Hälfte oder nur bei sehr wenigen fest. Diese sehr heterogenen Ergebnisse zeigen, wie wichtig eine genaue und möglichst individuelle Überprüfung der Lernstände ist. Statt pauschaler Maßnahmen müssen zielgerichtete Angebote erarbeitet werden.

 

Eva Gerth, die Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, gibt folgendes Statement über die Studie ab:

„Der INSM Bildungsmonitor hat bei der Beurteilung der Bildung im Land Sachsen-Anhalt einen markwirtschaftlichen Fokus. Die GEW Sachsen-Anhalt teilt insofern auch nicht jede Handlungsempfehlung uneingeschränkt. Besorgniserregend ist für uns jedoch, dass die Schulabbrecherquote die höchste im Bundesvergleich ist, dass das Bildungsministerium zu wenig Förderangebote macht und dass die Bildungsausgaben im Land unter dem Durchschnitt liegen. Diese Aussagen muss die neue Landesregierung dringend zur Kenntnis nehmen und den Koalitionsvertrag nachbessern. Ressourcen müssen dort ankommen, wo sie am nötigsten gebraucht werden, nämlich in den Brennpunkten, in den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen und bei den Schüler*innen, die die meiste Unterstützung benötigen. ‚Talentschulen‘ und ‚Exzellenz‘, wie derzeit geplant, können erst der zweite Schritt sein.

Lernstände zu analysieren und gezielte Lernangebote zu machen, das gehört – völlig unabhängig von Corona – zu den eigentlichen Aufgaben der Lehrkräfte und Schulen. Dafür brauchen sie Zeit und das Vertrauen der Schüler*innen und Eltern. Manche ‚Lernrückstände‘ werden nicht in einem halben Jahr aufgeholt sein. Insofern müssen die entsprechenden Förderprogramme des Bundes auch verlängert werden und nicht nur bis zum März 2022 gelten.
Der Aussage des INSM, dass ‚dazu eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams) und die Digitalisierung der Schulen weiter voranzubringen‘ ist, stimmt die GEW uneingeschränkt zu.“

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