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Deutliche Entlastung für Erzieherinnen und Erzieher notwendig

Die Ergebnisse des jüngsten Ländermonitors der Bertelsmann Stiftung zur frühkindlichen Bildung in Sachsen-Anhalt untermauern die von der GEW seit Langem geforderten Verbesserungen der Personalschlüssel in den Kindertageseinrichtungen. Vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen zu den Schwerpunkten einer Novellierung des Kinderförderungsgesetzes muss die deutliche Verbesserung der personellen Rahmenbedingungen erheblich mehr Gewicht bekommen.
Die Analysen und Empfehlungen aus der heute veröffentlichten Bertelsmann-Studie belegen, dass die Positionen der GEW Sachsen-Anhalt für eine deutliche Verbesserung der Erzieher-Kind-Relation berechtigt sind. Die Fakten zeigen, dass in Sachsen-Anhalt die Betreuungsquote zwar über dem Bundesdurchschnitt liegt, die Personalausstattung allerding noch immer deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt zurückbleibt. „Gute Qualität und gezielte Förderung in der frühkindlichen Bildung hängen unmittelbar mit einem ausreichenden und gut ausgebildeten Personal zusammen. Hier spart das Land an der völlig falschen Stelle. Und das spüren die Beschäftigten und viele Eltern sehr deutlich“, sagte heute Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt.

Die Empfehlungen der Bertelsmann-Stiftung für ein kindgerechtes Betreuungsverhältnis von 1 zu 3 im Altersbereich der unter Dreijährigen und von 1 zu 7,5 im Altersbereich der über Dreijährigen wird in Sachsen-Anhalt deutlich überschritten. Realität ist ein Betreuungsverhältnis von mehr als 8 Kindern im Krippenbereich und von mehr als 15 Kindern im Kindergartenbereich. „Das alles geht sehr zu Lasten der Beschäftigten und der Qualität. Kita ist mehr als bloße Betreuung. Beobachtung, Förderung und Dokumentation brauchen Zeit sowie gezielte Vor- und Nachbereitung. Unserer Einschätzung nach wird sich die Lage aber wegen des hohen Altersdurchschnitts der Fachkräfte und krankheitsbedingter Ausfälle noch erheblich verschärfen. Hinzu kommt, dass Fachkräfte rar werden. Es ist deshalb höchste Zeit, dass die Ausbildung in diesem Bereich reformiert und damit attraktiver gemacht wird“, so Gerth weiter.

Auch die Senkung bzw. Abschaffung von Elternbeiträgen darf nach Ansicht der GEW nicht aus den Augen verloren werden. In einem ersten Schritt müsse der Gesetzgeber zunächst für mehr Beitragsgerechtigkeit sorgen. Danach kann eine schrittweise Abschaffung der Kita-Gebühren, wie es beispielsweise die LINKE in ihrem Gesetzentwurf vorschlägt, umgesetzt werden.

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