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Schule muss Schutzraum sein

Die Berichte über die Vorkommnisse an der Grundschule in Helbra (Landkreis Mansfeld-Südharz) sollten zu einer grundsätzlichen Klarstellung und dem unbedingten Schutz pädagogischer Arbeit führen. Dort wurde mutmaßlich die Durchsetzung einer Sorgerechtsentscheidung auf dem Schulgelände vollzogen. Zur Vermeidung solcher Situationen und der einhergehenden Belastungen für Lehrkräfte und Kinder sollten die zuständigen Ministerien schnellstens entsprechende Absprachen treffen.

Streitigkeiten um das Sorgerecht von Kindern lassen sich nicht vermeiden. Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, dringt jedoch mit Nachdruck darauf, dass die Durchsetzung richterlicher Entscheidungen nicht an Schulen erfolgen darf: „Schule muss ein Schutzraum sein, sie lebt entscheidend vom gegenseitigen Vertrauen und Respekt. Erleben Kinder schon im Grundschulalter, dass Mitschüler unter lautem Protest von der Polizei aus der Schule geführt werden, droht die Auflösung dieser wichtigen Bindungen.“ Auch für die Lehrkräfte und die beteiligten Polizisten seien solche Situationen hochgradig belastend.

Allen müsse daran gelegen sein, derartige Belastungen abzuwenden. „Die GEW appelliert an die Leitungen des Justizministeriums, des Innenministeriums und des Bildungsministeriums einvernehmlich eine Regelung in Gang zu setzen, damit Polizei und Justiz nur in Notfällen in Schulen agieren. Dies gebietet das Schutzbedürfnis der Kinder und Jugendlichen und die notwendige vertrauensvolle Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule.“ Die GEW bietet für eine diesbezügliche Regelung ausdrücklich ihre Mitarbeit an.

 

 

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