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Lernräume für zukünftige Anforderungen fitmachen

Der Investitionsstau an den Bildungseinrichtungen ist in Sachsen-Anhalt und bundesweit enorm. Mit der Aktion „lerntRÄUME gestalten“ macht die GEW darauf aufmerksam, dass für eine zeitgemäße bauliche und technische Ausstattung von Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen mehr finanzielles Engagement erforderlich ist. Bund, Länder und Kommunen stehen hierbei gemeinsam in der Pflicht.
Auf einer Pressekonferenz in Magdeburg informierten am 9. Juni die Bundesvorsitzende der GEW, Marlis Tepe, und die Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, Eva Gerth, welche Anstrengungen notwendig sind, damit Bildungseinrichtungen den zukünftigen Anforderungen gerecht werden können. Tepe setzte sich für zusätzliche öffentliche Ausgaben im Bildungsbereich ein: „Politik muss endlich mehr Geld für Bildung in die Hand nehmen. Deutschland braucht mehr und bessere Bildung für alle Menschen.“

Dabei müssten Bund, Länder und Kommunen an einem Strang ziehen. „Die elf Milliarden Euro, die die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode mehr für den Bildungsbereich bereitstellen will, sind zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“, unterstrich Tepe. Der Bund müsse Länder und Kommunen bei der Sanierung, Modernisierung und dem Neubau von Schulen, aber auch Hochschulen stärker entlasten. „Wenn in Klassenräumen der Putz von den Wänden fällt oder Schülerinnen, Schüler und Studierende den Gang zur Toilette scheuen, leidet auch der Lernprozess. Zudem brauchen wir eine Gebäude-Architektur, die den Anforderungen der Inklusion und des Ganztagsbetriebs gerecht wird“, betonte die GEW-Vorsitzende. Sie wies darauf hin, dass es an den Schulen laut einer Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Sanierungsstau von gut 32 Milliarden Euro gebe. An Hochschulen betrage dieser sogar rund 50 Milliarden Euro.
Gerth ergänzte und spezifizierte diese Sicht mit dem Blick auf Sachsen-Anhalt: „Es müssen landesweit die Voraussetzungen geschaffen werden, damit bewährte und neue Bausteine in der pädagogischen, didaktischen und methodischen Arbeit gut zusammengesetzt werden können.“ Momentan gebe es in Sachsen-Anhalt ein großes Gefälle zwischen umfassend sanierten und ausgestatteten Einrichtungen und solchen, in denen seit Jahrzehnten nichts passiert ist. Die Vorzeigeprojekte von heute müssten flächendeckend zum Standard für morgen werden. Hierfür seien die Finanzen ein entscheidender aber nicht der alleinige Aspekt. So sei beispielsweise die aktuelle Schulbaurichtlinie in Sachsen-Anhalt, die Standards für die Ausstattung von Schulen festlegt, weit über 20 Jahre alt. „In Schülergenerationen gerechnet stammt sie damit aus Großmutters Zeiten, in digitaler und technischer Hinsicht eher aus dem Mittelalter“, führte Gerth aus.
Begleitet wurde die Pressekonferenz von einer kleinen Ausstellung mit Schautafeln, die den aktuellen Zustand mancher Bildungseinrichtung illustrieren.

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