Dumping-Lehrkräfte verhindern

Verfasst von Christiane Rex.

PRESSEMITTEILUNG

Verbindliche Qualifizierungsperspektiven schaffen

Die Ausschreibung von 550 Lehrerstellen durch das Bildungsministerium Sachsen-Anhalt vom 26. Juni 2019 deutet an, wie groß die Not bei der Besetzung der Stellen momentan ist. In den dazu veröffentlichen Einstellungsvoraussetzungen wird ausdrücklich erwähnt, dass sich auch Bachelor-Absolventen*innen auf diese Stellen bewerben können.

Unabhängig von der persönlichen Eignung dieser Bewerber*innen schafft das Land damit eine neue Kategorie von Dumping-Lehrkräften, die absehbar große Unruhe in den Lehrerzimmern und Klassenräumen erzeugen würde. Als Lösung sieht die GEW Sachsen-Anhalt nur den Weg über eine verbindlich anzubietende, längerfristige und besoldungsrelevante Qualifizierung.

Laut Einstellungsvoraussetzungen verpflichten sich die Bewerber*innen mit Abschluss des Arbeitsvertrags zu einem Fortbildungsangebot. In aller Regel handelt es sich dabei um einen Vier-Wochen-Kurs, der vom Land speziell für Seiteneinsteiger*innen konzipiert wurde. Rückmeldungen bei der GEW zeigen aber, dass diese minimalen Grundlagen nicht ausreichen, um gut in den Schuldienst zu starten. Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, erklärte dazu heute in Magdeburg: „Nach unserer Prognose scheiden gegenwärtig etwa 30 Prozent der Seiteneinsteiger wieder aus dem Dienst aus. Kopf- und konzeptlos werden jetzt die Einstellungsvoraussetzungen weiter gelockert, ohne die Folgen in den Blick zu nehmen. Eine neue Generation von Dumping-Lehrkräften wird das System Schule in Sachsen-Anhalt nicht retten!“

Sinnvoll und hilfreich wären stattdessen verbindliche Qualifizierungsangebote, die alle fachlichen, methodischen und didaktischen Inhalte auf ein lehramtsadäquates Niveau heben. Hierfür müssten von der Landesregierung allerdings detaillierte Konzepte vorgelegt werden, die den Universitäten in Halle und Magdeburg klare Vorgaben für Dauer, Umfang und Intensität der Weiterbildungen an die Hand geben. Mit den Bewerber*innen könnten so eindeutige Qualifizierungsschritte und -ziele vereinbart werden, die sie nach erfolgreichem Bestehen zu vollwertigen Lehrkräften mit der entsprechenden Vergütung werden lassen. Diese Perspektive, eine gute Begleitung in den Schulen und ausreichend Abminderungsstunden könnten die Erfolgsaussichten deutlich steigern. „Mit ihrem jetzigen undurchdachten Agieren bringt die Landesregierung für die nächsten Jahrzehnte einen weiteren Unruhefaktor in das System Schule. Dabei ist dieses System durch die vielen politischen Fehlentscheidungen der vergangen Jahre schon mehr als genug gebeutelt. Die Beschäftigten haben jetzt und in Zukunft Ruhe für ihre hochqualifizierte pädagogische Arbeit verdient“, schloss Gerth.

Die gestrige Ausschreibung von 550 Lehrerstellen durch das Bildungsministerium Sachsen-Anhalt deutet an, wie groß die Not bei der Besetzung der Stellen momentan ist. In den dazu veröffentlichen Einstellungsvoraussetzungen wird ausdrücklich erwähnt, dass sich auch Bachelor-Absolventen*innen auf diese Stellen bewerben können. Unabhängig von der persönlichen Eignung dieser Bewerber*innen schafft das Land damit eine neue Kategorie von Dumping-Lehrkräften, die absehbar große Unruhe in den Lehrerzimmern und Klassenräumen erzeugen würde. Als Lösung sieht die GEW Sachsen-Anhalt nur den Weg über eine verbindlich anzubietende, längerfristige und besoldungsrelevante Qualifizierung.

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