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GEW-Vorsitzende Marlis Tepe besucht MLU in Halle: „Ausbildung der Lehrkräfte verbessern und ausweiten“

Am 25. Oktober hat Marlis Tepe im Rahmen ihrer Tour durch die Bildungseinrichtungen der Republik die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) besucht. Nach einem Rundgang über den Steintor-Campus und einer Diskussion mit Studierenden traf sie mit dem Rektor der MLU, Prof. Dr. Christian Tietje, zu einem persönlichen Gespräch zusammen. Dabei betonte sie den hohen Wert der Lehrkräfte-Ausbildung für die gesamte Gesellschaft und warb eindringlich für mehr unbefristete Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen.

Weil das Gros der Lehrkräfte-Ausbildung in Sachsen-Anhalt von der halleschen Universität geleistet wird, blickte Tepe mit besonderer Spannung auf ihren Besuch. Der Besichtigung des neuen Steintor-Campus folgte ein intensiver Austausch in einem Lehrkräfte-Seminar aus dem Grundschulbereich. Hier standen die individuelle Motivation zur Aufnahme eines Lehramtsstudiums sowie die weitere Ausbildungsplanung im Mittelpunkt. Die GEW-Vorsitzende zeigte sich danach von den Studierenden beeindruckt: „Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie engagiert und interessiert junge Menschen in ihre Ausbildung zu einem der schönsten Berufe starten. Bundesweit ist die Politik gut beraten, diesen Schatz zu hegen und zu pflegen. Dafür müssen auch deutliche Signale zu einem quantitativen und qualitativen Ausbau gesetzt werden.“


Die Sicherung der Ausbildung war auch ein zentrales Thema beim anschließenden Gespräch mit dem Rektor der MLU. Nur so können genügend Lehrkräfte für die Schulen gewonnen werden. Nach Ansicht der GEW wurden in den vergangenen Jahren in Sachsen-Anhalt aber deutlich zu wenige Studienplätze für das Lehramt zur Verfügung gestellt. Inzwischen hat die Landesregierung umgesteuert und die Kapazitäten für die MLU auf gut 800 Plätze für Erstsemester pro Jahr erhöht. Angesichts der aktuell katastrophalen Unterrichtsversorgung an den Schulen im Land und der ungünstigen Altersstruktur der Lehrkräfte sprach sich Tepe für einen weiteren Zuwachs aus: „Ausfall und Vertretungsunterricht nehmen an den Schulen bedrohliche Ausmaße an. Damit dies nicht zum Dauerzustand wird, muss die Ausbildung von mehr Lehrkräften endlich als zentrale Daueraufgabe im Land und an den Universitäten verankert werden.“ Auch wenn Ausbau und Verstetigung für die Universitäten ein enormer Kraftakt seien. Rektor Tietje sagte: „Wir unterstützen tatsächlich nach Kräften und erfüllen unsere Verpflichtungen gegenüber dem Land, indem wir in diesem und im vergangenen Jahr 800 neue Lehramtsstudierende aufgenommen haben und jetzt auch ein Seiteneinsteiger-Programm für das Land auflegen.“


Auch über die Arbeitsbedingungen an den Hochschulen sprachen die beiden. Tepe warb eindringlich dafür, bei aller akademischen Freiheit nicht die berechtigten Interessen der Beschäftigten aus den Augen zu verlieren. „Universitäten gründen sich auf die Säulen Lehre und Forschung. In beiden Bereichen gibt es genügend Aufgaben, die konstant bewältigt werden müssen. Hier sieht die GEW deutlich mehr Raum für dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse. Wenn im Wissenschaftsbereich bundesweit inzwischen weniger als jede zehnte Stelle unbefristet vergeben wird, ist das eine massive Fehlentwicklung, die nicht nur die hochwertige und verlässliche Betreuung der Studierenden gefährdet“, betonte Tepe abschließend.

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