12_gew.png  

 



mitglied_werden (2).png

Schulschließungen und längere Wege vorprogrammiert

Nach Informationen der GEW Sachsen-Anhalt beabsichtigt das Bildungsministerium, die Verordnung zur Schulentwicklungsplanung zu verschärfen. Es geht dabei um die Abschaffung von Sonder- bzw. Übergangsregelungen. Die Schaffung neuer Schulen wird erschwert und Gymnasien werden in ihrer Bestandsfähigkeit gefährdet. Die GEW kritisiert, dass hier Druck auf die Schulträger gemacht wird, um nur noch größeren Schulen eine Zukunft zu garantieren. Mit dem Ziel, vorübergehend weniger Lehrkräfte zu benötigen, droht eine dauerhafte Ausdünnung des Schulsystems mit erheblich längeren Wegen für Kinder und Beschäftigte.

So sollen kleine Grundschulen nur als Teilstandort eines Grundschulverbandes weiterhin Bestand haben. Alle weiteren Sonderregelungen für die Bestandsfähigkeit von Grundschulen in dünn besiedelten Gebieten werden gestrichen.

Die gymnasiale Oberstufe soll künftig mindesten 75 Schüler*innen in einer Klassenstufe haben. Nur zur Sicherung der Daseinsvorsorge sind ausnahmsweise bis zu 50 Schüler*innen möglich. Damit droht praktisch die Abschaffung der bisherigen gymnasialen Oberstufen an den Gemeinschaftsschulen. Zusätzlich werden auch Gymnasien gezwungen sein, mit anderen Gymnasien zu kooperieren, und damit möglicherweise auf Dauer nicht bestandsfähig sein. „In einer Stadt mit zwei Gymnasien mit jeweils 50 Schüler*innen pro Klassenstufe wäre das Kriterium der Daseinsvorsorge auch mit einem Gymnasium erfüllt, in der Folge müsste also eine der beiden Schulen aufgegeben werden“, kritisierte Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, die bekannt gewordenen Pläne des Ministeriums.

Auch die Errichtung neuer Schulen wird erschwert, obwohl sie an einigen Standorten aufgrund steigender Schüler*innenzahlen erforderlich sind. Durch die Vorgabe, dass neue Schulen in der Prognose mindestens die 1,5fache Jahrgangsstärke und Schulgröße der Planzahlen erreichen müssen, werden Schulgründungen unnötig hohe Hürden gestellt. Eine weitere Überlastung bestehender Schulstandorte und eine Verschlechterung der Lehr- und Lernbedingungen ist damit vorprogrammiert.

„Corona hat gezeigt, dass wir ausreichend Räume brauchen, um auch auf Abstand unterrichten zu können. Die Nachrichten, dass das Bildungsministerium einen 'Schulfrieden' will und gleichzeitig die Verordnung zur Schulentwicklungsplanung noch schnell verschlechtert, kamen fast gleichzeitig. So schafft man kein Vertrauen in einer äußerst angespannten Situation“, erklärte Gerth abschließend.

Drucken E-Mail

Don't have an account yet? Register Now!

Sign in to your account