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Packt’s endlich! „JA 13“ an den Grundschulen Sachsen-Anhalts

Seit 2016 sammeln wir Ideen, sitzen zusammen, entwerfen und verwerfen, organisieren Aktionen von Demos über Mails an die Landtagsfraktionen bis hin zur Postkartenaktion im vergangenen Herbst. Das alles kostet Kraft, Zeit und Geld. Wir machen das, weil uns „JA 13“ eine Herzensangelegenheit ist.
Zum einen wäre A 13/E 13 die endlich verdiente Wertschätzung für die jahrzehntelange Arbeit tausender Lehrkräfte an den Grundschulen. Unter immer schwierigeren Bedingungen sichern wir Unterricht und Betreuung an Grundschulen ab und stellen uns der Inklusion, den Portfolios, aufwendigen Zeugnisformularen, bilden junge Lehrkräfte aus und vieles mehr. Zum anderen ist „JA 13“ die letzte Chance, neu ausgebildete Grundschullehrkräfte im Land zu halten oder aus anderen Bundesländern Lehrer*innen für Sachsen-Anhalt zu gewinnen.

Unser neues Leitmotto „Packt’s endlich“ lässt sich in zwei Richtungen interpretieren: Wenn die Grundschullehrer*innen, die Studierenden und die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sich nicht endlich gemeinsam aus den Lehrerzimmern und Hörsälen auf den Weg machen, ihren Protest nicht nur in der warmen Schulstube kundzutun, sondern, egal wie das Wetter und egal wie groß der schulische Stress auch sein mögen, sich am 13. Oktober 2022 auf dem Magdeburger Domplatz versammeln, wird sich die Chance auf „JA 13“ deutlich verringern. Die ehrenamtlichen Funktionäre der GEW können sich abmühen wie sie wollen: Wenn ihr nicht dabei seid, ist es vergebens. „Packt‘s endlich!“, schallt es dann hoffentlich aus tausenden Kehlen in Richtung Landtag.


„Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt,“ sang ein kleines Mädchen aus Schweden. Offenbar haben unsere Politiker*innen diese Zeilen sehr verinnerlicht. Wie kann man sich sonst erklären, dass sowohl Finanzminister Richter als auch Bildungsministerin Feußner behaupten, der Lehrkräftemangel läge nicht am Geld? Sachsen-Anhalt müsse keine Konkurrenz fürchten und findet ausreichend Grundschullehrkräfte, auch aus anderen Bundesländern, tönt es aus ihren Amtsstuben. Und dann bemühen sie das altbackene, konservativ gestrickte Abstandsgebot zu den Gymnasiallehrkräften. Das müssten wir doch einsehen, die müssten doch dann bitteschön die E/A 14 bekommen!
Wie halten diese Argumente einem Faktencheck stand?

Fakt 1:
News 4Teachers am 06.04.2022:

„Stellenbesetzung läuft besser:
Höheres Gehalt (A13) hilft gegen den Lehrermangel

Der Linke-Politiker Torsten Wolf sieht durch die Anhebung des Gehalts der Grundschullehrer die Wettbewerbsfähigkeit Thüringens unter den 16 Bundesländern gestärkt. ‚Es gelingt uns auch deutlich besser, unsere Stellen zu besetzen – gerade im Grundschulbereich‘, sagte Wolf.
Im bundesweiten Vergleich rutschte Thüringen demnach beim Einstiegsgehalt für Grundschullehrer vom vorletzten Platz nun auf den fünften Platz. Mit 52 664 Euro Einstiegs-Jahresgehalt verdienen Grundschullehrer der Übersicht zufolge in Bremen am meisten, gefolgt von Hamburg, Schleswig-Holstein und Brandenburg.“

In Thüringen verdienen angestellte Grundschullehrer*innen 4996 € und verbeamtete Lehrkräfte 7736 € mehr als in Sachsen-Anhalt!

Fakt 2:
In keinem der Bundesländer, die A 13/E 13 für Grundschullehrer*innen zahlen, gab es das Problem der Abstandswahrung zu den Gymnasiallehrkräften. Warum nur bei uns?
In den anderen ostdeutschen Bundesländern bekommen auch die Unterstufenlehrer*innen die A 13/E 13. Problematisch ist bei den angestellten Lehrkräften, dass es im Tarifrecht keine stufengleiche Höhergruppierung gibt!

Fakt 3:
Sachsen-Anhalt hat in den Ausschreibungsrunden vom Herbst 2021 insgesamt 1960 Mal versucht, Stellen an den Schulen auszuschreiben. Dabei war man nur 185 Mal erfolgreich!

Fakt 4:
Von den im Januar/Februar ausgeschriebenen 916 Stellen im Schuldienst sind insgesamt 330 Stellen ohne Bewerber*innen geblieben.

Fakt 5:
Im November 2021 blieben in den Ausbildungsseminaren 156 Stühle von 418 leer, also mehr als ein Drittel.

Am 13. Oktober auf dem Magdeburger Domplatz:

Es schlägt jetzt 13! Und deshalb treffen wir uns am 13. Oktober 2022 am Nachmittag auf dem Domplatz in Magdeburg. Eingeladen sind alle Beschäftigten, denen es reicht. Alle, die wissen, dass „JA 13“ mehr als verdient ist, müssen am 13. auf dem Domplatz sein! Freut euch auf ein großes solidarisches Miteinander. Packen wir’s!

Ingo Doßmann

 

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