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Automatisierte Lernsysteme und KI-Anwendungen an Schulen

Leitfaden für den Einsatz von KI in Schulen

Die Komplexität des Themas KI ist überfordernd und kaum jemand kann alle damit zusammenhängenden Facetten vollständig überblicken. Entsprechend gibt es bei vielen Lehrkräften Unsicherheiten, Bedenken und Zweifel. Der Leitfaden „Automatisierte Lernsysteme und KI-Anwendungen an Schulen“ soll helfen.

Der elf Seiten lange Leitfaden besteht aus den Teilen „Vor dem Einsatz“ und „Während des Einsatzes“ sowie Informationen zur Beteiligung von Beschäftigtenvertretungen und Beispiele aus der Praxis, die via QR-Codes aufgerufen werden können.

Zu den Tipps im ersten Teil gehören Aspekte, die vor der Anschaffung eines Automatisierungs-Systems diskutiert werden sollten – etwa: Welche pädagogischen, techno- logischen oder juristischen Risiken könnten durch das eingesetzte System für die Schule, Lehrende oder Lernende entstehen? Und: Haben alle Beteiligten bei der Beschaffung und im Einsatz des Systems ausreichend Kenntnis über die technischen und pädagogischen Möglichkeiten und Grenzen der Technologie? Falls nein, wie können wir sie befähigen, diese zu erlangen?

Weitere Aspekte sollen dabei unterstützen, sich für einen Anbieter oder ein System zu entscheiden und die Möglichkeiten und Grenzen des Systems kennen- zulernen – beispielsweise: Welches pädagogische Konzept liegt der Entwicklung zugrunde? Und: Wer evaluiert wie oft und wie den Erfolg?

Der Leitfaden bietet darüber hinaus Tipps für den Praxisalltag und eine konstruktiv- kritische Auseinandersetzung mit Automatisierungs-Systemen. Dazu gehört auch der Hinweis: Trauen Sie der Technologie nicht zu viel zu, sie kann pädagogische Fachkräfte, Bewertungen und Einschätzungen nicht ersetzen, insbesondere für Letztere muss weiterhin genug Raum bleiben. Im Kollegium sollte diskutiert werden, ob Entlastungen oder neue Belastungen beobachtet werden.

Unter dem Stichwort „KI und Gute Arbeit“ kommt Personalrät*innen die Aufgabe zu, eine rechtskonforme Nutzung und die Nutzungskompetenzen der Beschäftigten zu prüfen und zu gewährleisten.

Der Leitfaden nennt vier Prüfsteine für „pädagogisch wertvolle“ technologiebasierte Lernprogramme und -settings an Schulen:

  • Orientierung an der Lebenswelt und den Interessen der Lernenden,
  • Freiheit pädagogischer Entscheidungen der Lehrenden,
  • Förderung der Handlungs- und Gestaltungskompetenz von Lehrkräften und Schüler*innen und
  • Ermöglichung kritischer Reflexion sowie kreativ-produktiver Lernprozesse.

Auch die Forderungen der GEW nach Transparenz, Mitbestimmung und einer politischen Technikfolgenabschätzung im Bildungswesen – und dies vor Einführung digitaler Technologien – werden explizit formuliert.

Klick-Tipps

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Die alltägliche Präsenz von KI ist schon lange keine Zukunftsvision mehr, sondern wird zunehmend zur Realität. Marlen Gaus und Tobias Röhl sprechen zu diesem Thema in der elften
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