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Neues Verfahren zur Schullaufbahnberatung

Vorgaben belasten Eltern, Kinder und Lehrkräfte

Mit einem Schreiben wurden die Schulleitungen der Grundschulen Ende März 2024 über den Inhalt und die Durchführung des neuen Verfahrens zur Schullaufbahnberatung informiert. Die GEW kritisiert diese neuen Vorgaben des Bildungsministeriums auf das Schärfste. Als Bildungsgewerkschaft steht für uns die Akzeptanz des freien Elternwillens beim Übergang und eine begleitende Beratung der Eltern durch die Lehrkräfte im Mittelpunkt. Dies war in der Vergangenheit in den Grundschulen des Landes auch immer gelebte Praxis. Ohne Not wird nun mit einem überarbeiteten Leitfaden der Zugang neu geregelt und verschärft.

Auf der einen Seite sind diese Änderungen durch die politischen Vorgaben des Landtages bedingt. Andererseits bedeutet dies aber nicht, dass eine solche Veröffentlichung der Handreichung mit so vielen strittigen Punkten zum Verfahren – wie sie jetzt erfolgt ist – wirklich notwendig war.

Die neuen Vorgaben zur Beratung und zum Ausfüllen eines fünfseitigen Kompetenzbogens für jedes Kind führen zwangsläufig zu einer enormen Arbeitsverdichtung in den Grundschulen. Gleichzeitig ist die freiwillige Teilnahme eines Schulkindes an zwei schriftlichen und zwei mündlichen Prüfungen über jeweils 45 Minuten innerhalb von vier Werktagen in den Fächern Deutsch und Mathematik eine enorme psychische Belastung für ein Kind in der vierten Klasse.

Das neue Verfahren wird auf dem Rücken von Eltern, Kindern und Lehrern ausgetragen und soll Kinder vom Gymnasium fernhalten und indes die Sekundarschulen stärken. Eine Stärkung der Schulformen erfolgt jedoch durch eine gute Unterrichtsversorgung, moderne Lehr- und Lernmittel, kurze Wege etc. – und nicht durch eine erschwerte Zugangsregelung!

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Redaktion der Landeszeitung Sachsen-Anhalt
Leitung: Christiane Rex