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9. Landesdelegiertenkonferenz

Zukunftsvisionen und Generationenwechsel im Landesvorstand

Am 25. und 26. November 2022 fand im Ratswaage-Hotel in Magdeburg die 9. Landesdelegiertenkonferenz der GEW Sachsen-Anhalt statt. Eva Gerth wurde erneut von den Delegierten ins Amt der Vorsitzenden gewählt.

Circa 110 Delegierte aus ganz Sachsen-Anhalt trafen sich am 25. und 26. November 2022, um den neuen Landesvorstand der GEW Sachsen-Anhalt zu wählen und die inhaltliche Arbeit für die neue Legislatur festzulegen.

Die Veranstaltung begann am Freitag um 10 Uhr mit einem Auftritt des Chors des Hegelgymnasiums Magdeburg. Anschließend begrüßte die Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, Eva Gerth, die Delegierten und Gastdelegierten. Zunächst sprach die Vorsitzende der GEW Maike Finnern ein Grußwort an die Gäste. Sie betonte, dass Corona die Lage im Bildungsbereich verschärft hat und dass wir nur durch Zusammenhalt und Streikaktionen im nächsten Jahr Druck ausüben können, um Entlastungen für die Kolleg*innen zu realisieren und das Bildungssystem zu verbessern. Auch gab sie uns die Prognose, dass die Landesregierung auf Kurz oder Lang zum Thema A 13/E 13 nachgeben werden muss.
Auch Susanne Wiedemeyer, stellvertretende DGB-Landesbezirksvorsitzende, betonte die missliche Lage im Bildungssystem und dass die Politik dringend Taten walten lassen muss, um die Zustände zu verbessern. Danach konstituierte sich die Landesdelegiertenkonferenz, in dem das Präsidium seine Arbeit aufnahm, die Mandatsprüfungskommission ihren Bericht ablegte und die Tagesordnung beschlossen wurde.

Anschließend präsentierte Eva Gerth als Landesvorsitzende den Geschäftsbericht des Landesvorstandes und die Kassenprüfungskommission stellte ihren Bericht über die finanzielle Situation des Landesverbandes dar. Danach wurde der bestehende Landesvorstand von seinen Aufgaben entlastet. Mit großem Dank wurden Marlies Wahl, Vorstandsbereich Jugendhilfe und Sozialarbeit, und Helgard Lange, Vorstandsbereich Rechtsschutz, in den wohlverdienten Ruhestand und auch Dr. Nico Elste, der aus beruflichen Gründen aus seinem Amt als Vorsitzender des Vorstandsbereichs Hochschule/Forschung und Lehrer*innenbildung ausschied, dankend verabschiedet.

In der ersten Wahl während der Veranstaltung wurde Eva Gerth erneut zur Landesvorsitzenden der GEW Sachsen-Anhalt gewählt. Von den 110 Delegierten sprachen sich mehr als 87 Prozent für die Gymnasiallehrerin aus und schenkten ihr damit für vier weitere Jahre das Vertrauen. In einer ersten Reaktion dankte Eva Gerth allen Anwesenden für die Unterstützung und schwor die Mitglieder des neu gewählten Landesvorstandes auf die kommenden Aufgaben ein:

„Vor uns liegen Jahre, die für das gesamte Bildungssystem sehr entscheidend sein werden. Seit Jahren mahnen wir an, dass die Politik die Schulen, Kitas und Universitäten im Land kaputtgespart hat. Ich werde mich gemeinsam mit dem neu gewählten Landesvorstand dafür einsetzen, dass endlich unsere Kolleg*innen in den Bildungseinrichtungen entlastet werden und etwas gegen die prekären Beschäftigungsbedingungen getan wird. Wir brauchen dringend gute Arbeits- und Lernbedingungen in Sachsen-Anhalt und dafür werde ich meine volle Kraft einsetzen,“ sagt Eva Gerth.

Nach der Mittagspause übermittelte auch die Bildungsministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Eva Feußner, ein Grußwort und ging auf die Schwierigkeiten in ihrem Ressort ein. Eine positive Nachricht an das Publikum war, dass die Landesregierung nun den Weg für Arbeitszeitkonten frei macht – dafür hat die Ministerin auch ein Gesprächsangebot angekündigt, was wir als Gewerkschaft auf jeden Fall wahrnehmen werden, um unsere Bedingungen für sinnvolle Arbeitszeitkonten zu erläutern.

Weiterer Gast war Bruni Römer von der GEW-Stiftung „Fair Childhood“, die sich gegen Kinderarbeit auf der Welt einsetzt.
 

Eindrücke des zweiten Tages

Am Samstag, den 26. November, ging um 9.30 Uhr die Landesdelegiertenkonferenz weiter. Zunächst wurde Malte Gerken, Vorsitzender des Vorstandsbereichs Berufsbildende Schulen, mit über 91 Prozent der Stimmen wieder in sein Amt gewählt. Im Anschluss hielt Daniel Merbitz, Tarifexperte der GEW, eine feurige Rede über die anstehende Tarifrunde im Jahr 2023.

Danach stellte Stefan Hofmann, Vorstandsbereich Organisationsentwicklung, das Mitgliederwerbekonzept für die neue Legislaturperiode der GEW Sachsen-Anhalt vor.

Besonders erfreulich ist, dass sich ein neues, junges Gesicht in der neuen Legislatur zeigen wird. Kornelius Wegener, der 23-jährige studierte Kindheitspädagoge und Erzieher in einer Kindertagesstätte, hat sich zur Wahl gestellt, um gemeinsam mit Stefanie Heidemann-Müller den Vorstandsbereich Jugendhilfe und Sozialarbeit zu leiten.

Nach der Mittagspause stellte Dr. Jörn-Michael Goll von der Universität Leipzig seine Studie zum Thema „Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Einheits- und Transformationsprozess“ vor und stellte dar, wie sich die GEW nach der Wende im Osten entwickelte. Im Anschluss gab es Erfahrungsberichte der Wendezeit aus dem Publikum.

Neben den Wahlen des neuen Landesvorstandes waren beide Veranstaltungstage vor allem von intensiven Beratungen bis zur gültigen Beschlussfassung politischer Anträge gekennzeichnet, so zum Beispiel der Antrag zur Förderung der Antidiskriminierung und Inklusion an den Hochschulen oder der für eine angemessene Entschädigung von Studierenden und Auszubildenden bei Pflichtpraktika. Ein Dringlichkeitsantrag zur Solidarität mit den Menschen im Iran sowie Zivilklauseln in Satzungen und Leitbildern aller Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie in den Landeshochschulgesetzen waren weitere wichtige politische Themen, die diskutiert und beschlossen worden sind.

Die zweitägige Veranstaltung wurde von einem bunten Rahmenprogramm begleitet. Bei der Landesdelegiertenkonferenz kommen die Mitglieder des Landeshauptausschusses sowie Vertreter*innen der Stadt- und Kreisverbände und Gastdelegierte zusammen. Die Landesdelegiertenkonferenz ist das höchste Gremium der GEW Sachsen-Anhalt, das sich alle vier Jahre versammelt.